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Eine Strategie, drei Phasen
Nach einer anfänglichen Konzeptphase wurde eine Strategie für das Thema eHealth gewählt. Diese besteht aus drei Phasen, die dazu dienen sollen, einen geeigneten Reformprozess einzuleiten, um das Gesundheitssystem zu modernisieren. mit Hilfe eines optimale Einsatzes der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Ein modernes Gesundheitssystem basiert auf einem gemeinsamen Informationssystem, auf einer optimalen Zusammenarbeit unter den Fachpersonen und auf einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung der angebotenen Leistungen.
Die drei Phasen zeichnen sich aus durch eine kontinuierliche Anpassung der Tätigkeiten und eine entsprechende Wandlung der Rolle des Staates. War der Staat in der ersten Phase ein Katalysator, entwickelt er sich in den nachfolgenden Phasen zu einem Partner, einem Garanten für das Allgemeininteresse. Ebenso entwickelt sich die Zielsetzung einzelner Projekte. Der Beginn ist eine Art Eintrittsdebatte. Hier geht es um die Förderung der kulturellen Akzeptanz, d.h. um die Überwindung psychologischer Hindernisse. Diese Phase ist bereits abgeschlossen. Heute haben die Teilnehmer an “Rete sanitaria” keine Befürchtungen mehr bezüglich Transparenz und Datenschutz. Sie wollen, “dass es klappt”, sie verlangen einen Mehrwert. Es geht also um einen andauernden Prozess mit neuen spezifischen Zielen. Dieser Weg muss selbstverständlich auch den ethischen und politischen Forderungen Rechnung tragen.
Phase 1
Die erste Phase zielt darauf, Patienten, Fachpersonen und Politiker auf die möglichen eHealth-Lösungen für die gravierenden Probleme im Gesundheitswesen zu sensibilisieren.
Es ist ein unentbehrlicher Schritt, um die psychologischen und kulturellen Hürden gegenüber den eHealth-Instrumenten und -Arbeitsweisen zu überwinden.
Kern dieser Phase ist das
Projekt “Gesundheitskarte”
in Lugano. Es geht dabei um die Verteilung und Anwendung von Gesundheitskarten und Health Professional Cards (HPC) als neue eHealth-Instrumente, welche die kulturelle Akzeptanz und die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern sollen. Dabei wird die Festlegung von zweckmässigen eHealth- Dienstleistungen gefördert und analysiert.
Am 1.7.2006 hat der letzte Teil der Phase 1 begonnen (Phase 1b). Sie dient der Vorbereitung der Phase 2.
Phase 2
In der zweiten Phase wird Rete sanitaria zum eigentlichen Prozess, der darauf abzielt, eHealth-Instrumente mit dem von den Gesundheitsakteuren definierten funktionellen Mehrwert breit einzuführen.
Das Instrument „Gesundheitskarte“ sollte sich mit der neuen
Versichertenkarte
des Bundes (
KVG Art. 42a
) integrieren. Da aber sie erst seit Januar 2010 eingeführt wurde, konnte das Ziel konkret nicht erreicht werden. Aktuell wurde die Konsolidierungsarbeiten der in der Phase 1b definierten Dienstleistungen angefangen. Zielsetzung der Phase 2 ist es, Standards über die Arbeitsprozesse, die technologischen Lösungen, die Inhalte und die gesetzliche Basis zu schaffen.
Phase 3
Die dritte und letzte Phase ist dadurch charakterisiert, dass sich die Rolle des Staates wandelt. Aus einem Reformkatalysator wird er zu einem gleichwertigen Partner, der zusammen mit den Ansprechpartnern
(Gesundheitsfachpersonen, Versicherer, technologische und soziale Partner) die neu geschaffenen eHealth-Dienstleistungen konsolidiert und weiter verfeinert. Dadurch intensiviert sich die Kooperation, die Systemeffizienz wird grösser und eine eigene „Initiative Rete sanitaria“ wird überflüssig.